Depression
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Woran erkennt man eine Depression?

Mittwoch, 11. November 2020


Eine Depression  macht sich manchmal erst sehr langsam für die Betroffenen bemerkbar. Häufig geht einer Depression eine stressige oder auch belastende Zeit voraus. Vielleicht schläft man nachts schlechter als sonst, oder man zieht sich von anderen Menschen zurück, weil einem der Antrieb fehlt.
Depressionen verlaufen in Episoden und können mehrfach im Leben auftreten. Derartige Episoden dauern unter Umständen Wochen, manchmal auch Monate, insbesondere dann, wenn die Patienten nicht konsequent behandelt werden. Die Beschwerden betreffen in der Regel diese drei Bereiche: 
  1. psychische Beschwerden
  2. körperliche Beschwerden 
  3. zwischenmenschliche Probleme
Im folgenden möchte ich Ihnen diese Beschwerdebereiche kurz vorstellen.

1. Psychische Beschwerden
Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit sind die dominierenden Gefühle: eine Hilflosigkeit gepaart mit einer Angst, dass das die Traurigkeit oder die innere Leere nicht mehr aufhört. Viele Patienten berichten auch von ständigen Angstgefühlen. Angst es nicht zu schaffen oder Angst ein Versager zu sein. Hinzu kann eine starke Verzweiflung kommen und ein Gefühl der Unfähigkeit, überhaupt noch Gefühle empfinden zu können ("Ich spüre nichts mehr").
Besonders prägend sind selbstabwertende Gedanken und ständiges Grübeln. Gedanken wie beispielsweise "ich werde es nie schaffen" oder "es war klar, dass mich niemand auf der Party anspricht" treten typischerweise auf. Depressive Menschen neigen zum ständigen Grübeln, welches sich in einer stark selbstabwertenden Haltung gegen sich selbst auszeichnet.  Häufig können auch Suizidgedanken auftreten.

2. Körperliche Beschwerden
Antriebslosigkeit
Typische körperliche Beschwerden der Depression sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Vor allem die erlebte Antriebslosigkeit verhindert eine aktive Teilnahme am sozialen Leben. Schon kleinste Aufgaben wie beispielsweise Einkaufen gehen oder Wäsche waschen, wird als Anstrengung erlebt. 
Aber auch Appetitstörung mit Gewichtsverlust können Symptome einer Depression sein.
Schlafstörungen
Ein wichtiges Warnsignal für den Beginn oder einen Rückfall einer Depression stellen aufkommende Schlafstörungen dar. Manche Menschen können nachts nicht einschlafen, andere wiederum wachen in der Nacht mehrfach auf und können nur noch schwer in den Schlaf zurückfinden. Durch das nächtliche Grübeln wird der Teufelskreis der Schlafstörung aufrechterhalten.

3. Probleme im zwischenmenschlichen Bereich

Die negative Sicht auf sich selbst, eine Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit haben häufig sozialen Rückzug aus dem sozialen Umfeld  als Konsequenz. Aber auch das verhalten der Betroffenen, das heisst die Unfähigkeit Gefühle oder Liebe zu empfinden, bedeuten eine große Belastung für die nahestehenden Angehörigen der depressiven Person. Oft fühlen sich die Betroffenen durch Kleinigkeiten gestört, was dann häufig als Reizbarkeit zum Ausdruck kommen kann. Dies kann zu Kontaktabbrüchen führen und aufgrund des beeinträchtigten Selbstwertgefühls des Depressiven hat er nun erst recht das Gefühl, dass er nicht gemocht oder wertgeschätzt wird.

Die kognitive Verhaltenstherapie für Depression versucht mit einzelnen Interventionen alle drei Problembereiche des depressiven Patienten zu bearbeiten. Die kognitive Verhaltenstherapie zeigt insbesondere bei leichter bis mittelgradiger Depression sehr gute Behandlungseffekte. Bei einer schweren Depression wird eine Kombination aus Psychotherapie und Antidepressiva empfohlen.


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Sport als Antidepressiva?

Samstag, 29. Februar 2020

Die stimmungsaufhellende Wirkung von Sport ist inzwischen sehr gut belegt und die neuesten Studiendaten zeigen, dass Bewegung und Sport unabhängig vom Intensitätsgrad eine antidepressive Wirkung aufweisen. Den besten antidepressiven Effekt hat das Ausdauertraining. Es gibt zwei Theorien, welche diesen positiven Effekt erklären. Ein Ansatz kommt aus der kognitiven Neuropsychologie, welcher besagt, dass die präfrontalen Hirnregionen durch die sportliche Betätigung weniger aktiviert werden und dadurch das depressive Grübeln zwangsläufig abnimmt (Stoll & Ziemainz, 2012). Ein weiterer Ansatz geht davon aus, dass durch die sportliche Bewegung das Neurotransmittersystem aktiviert wird.


Welche Wirkung zeigt das Laufen?

In einigen Studien bewirkt das Laufen ähnliche Effekte im Gehirn, wie beispielsweise Antidepressiva (Brené et al., 2007, Blumenthal et al., 2007). Während Antidepressiva häufig starke Nebenwirkungen aufzeigen (z.B. Müdigkeit, emotionale Taubheit, Übelkeit, Libidoverlust), zeigt das Laufen nur geringe Nebenwirkungen auf. Das Ausdauertraining bewirkt eine starke körperliche Aktivierung, die insbesondere dem typischen Symptom der Antriebslosigkeit erfolgreich entgegen wirkt.


Was versteht man unter einem Ausdauertraining?

Ausdauertraining ist die gesündeste Art Sport zu treiben und bedarf auch keinen großen finanziellen Aufwand. Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Walking sind auch ohne Kosten möglich. Wichtig ist hierbei die Regelmässigkeit in der Durchführung um tatsächlich eine antidepressive Wirkung durch Sport zu erzielen. Unterbrechungen lassen Trainingseffekte schnell schwinden.


Wie häufig muss ich trainieren?

Die bisherigen Studien geben die folgende Empfehlung um einen antidepressiven Effekt zu erzielen:
  • Mind. 6-8 Wochen 
  • 3-5-mal pro Woche 
  • Trainingsdauer: 30-60 Minuten


Für Neueinsteiger können aber auch bereits 15 Minuten ausreichend sein. Wichtig ist, von Anfang an, dass Sie sich nicht überfordern und eine Sportart aussuchen, die Ihnen liegt. Erst die Zeit oder den Umfang, dann langsam die Intensität erhöhen. Geben Sie ihrem Körper Zeit sich an das Training anzupassen. Beginnen Sie mit dem Sport schon heute!


Therapeutische Empfehlung

In meiner eigenen therapeutischen Arbeit mit depressiven Patienten habe ich beobachtet, dass die Einbindung von Bewegung und Sport ein wichtiger Grundbaustein für die Behandlung der leichten bis mittelschweren Depression sein kann. Die Patienten entwickeln durch die regelmäßige Bewegung nicht nur mehr Lebensenergie, sondern auch das schöne Gefühl etwas zu schaffen und entwickeln ein besseres Selbstbewusstsein. Wenn sich depressive Patienten weniger antriebslos und ermüdet fühlen, ermöglicht dies die eigentliche therapeutische Arbeit an negativen schwierigen Lebensereignissen, depressivem Grübeln oder negativen Denkmustern (z.B. „ich bin wertlos“, „niemand nimmt mich wahr“). Das heißt Bewegung und Sport können eine sehr gute ergänzende Therapie in der Behandlung der Depression sein.


Literaturempfehlung

Stoll, O. & Ziemainz, H. (2012) Laufen psychotherapeutisch nutzen, Springer-Verlag Berlin Heidelberg

4 Mini-Interventionen gegen Grübeln bei der Depression

Freitag, 28. Februar 2020


Unser Ich wird ein Leben lang durch eine innere Stimme begleitet, welche unsere Gefühle maßgeblich beeinflusst. Diese innere Stimme ist ein Strom nicht aufhörender Gedanken, die mal wohlwollend, aber auch negativ und selbstabwertend sein kann und uns den ganzen Tag über begleitet. Immer während bewertet und kritisiert die Stimme alles, was in unserem Alltag passiert und vergleicht uns mit anderen.
  • „Ich bin doch jetzt eigentlich an der Reihe“
  • „Was bedeutet das für mich, dass Herr Maier gekündigt hat?“
  • „Ich brauche mehr davon“
  • „Ich werde das nicht schaffen“
  • „Vielleicht sollte ich anrufen, um zu sehen, ob sie noch verärgert über mich ist“ 
  • „Wieso bekommt er mehr Zeit von unserem Chef eingeräumt als ich“
In der Psychologie hat diese innere Stimme über die Jahrzehnte viele verschiedene Namen erhalten: der innere Kritiker, das „Über-ich“ oder das „innere Kind“. Der Prozess, welcher der inneren Stimme zugeschrieben wird, wird als Grübeln, sich Sorgen, Schwarz-Weiss-Denken etc. bezeichnet. Die innere Stimme verhindert oftmals, dass positive Sichtweisen auf bestimmte Situationen. Dies ist besonders ausgeprägt bei Menschen die an einer Depression oder Angststörung leiden. Wie kann man mit der inneren Stimme umgehen? Ein wichtiges Merkmal der inneren Stimme ist es, dass sich die Gedanken vorwiegend um Themen der Vergangenheit oder der Zukunft kreisen. Das Konzentrieren auf das „hier und jetzt“ fällt jedoch oftmals sehr schwer. Im folgenden werde ich Ihnen eine Reihe von Mini-Interventionen vorstellen, welche die Art zu Denken beeinflussen können. Mini-Interventionen 1. Achtsamkeit. Versuchen Sie, wenn Sie einen negativen Gedanken wahrnehmen sich sofort auf die Gegenwart zu konzentrieren. Fragen Sie sich: „was sehe ich in diesem Augenblick?“, „was rieche ich gerade?“, „was höre ich in diesem Moment?“. Versuchen Sie ganz den Fokus auf das „hier und jetzt“ zu legen. 2. Gedanken sind nur Gedanken. Können Sie sich noch an Ihre Gedanken gestern Mittag um 12.00h erinnern? Ich nehme an, wenn keine außergewöhnliche Situation stattgefunden hat, werden Sie sich nicht mehr an Ihre Gedanken erinnern können. Stellen Sie sich folgende Metapher vor: Sie sitzen an einem ruhigen, dahingleitenden Fluss, auf dem Blätter eines Baumes an Ihnen vorbeifließen. Stellen Sie sich vor, diese Blätter sind Ihre Gedanken, die kommen und auch wieder vorbeiziehen. 3. Beendigung der Grübelschlaufe. Was bringt es weiter über ein Thema zu grübeln? Kommen Sie durch das Grübeln zu einer Lösung? Hat Sie das Grübeln in irgendeiner Form weitergebracht? Habe ich jetzt etwas durch das Grübeln verstanden, was ich vorher nicht verstanden habe? 4. Meditation. Regelmäßige Meditation kann uns dabei unterstützen, gedankenfreie Räume in unserem Alltag zu erleben. Die Grundprinzipien der Meditation sind:
  1. nicht bewerten
  2. emotionsfreie Beobachtung von Gefühlen und Gedanken
  3. Erleben des gegenwärtigen Momentes
  4. Wohlwollende Akzeptanz von schwierigen Lebenssituationen und sich selbst
Die Vorgehensweise ist relativ einfach: Beginnen Sie täglich mit einem 10-minütigen Sitzen mit geschlossenen Augen. Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Atem (1-2-3- Einatmen-1-2-3-Ausatmen). Wenn Sie etwas mehr Übung in der Meditation haben, können Sie die Zeiten langsam steigern. Stellen Sie sich einen Wecker, so dass Sie nicht das Gefühl haben, Sie müssen auf die Uhr schauen.    

Die besten Selbsthilferatgeber für den Sommer

Mittwoch, 29. August 2018


Der Frühling st da und viele finden wieder Zeit ein Buch zu lesen und sich ein wenig um sich selbst zu kümmern. Sebsthilferatgeber können zwar keine Psychotherapie ersetzen, dennoch konnten Studien zeigen, dass Selbsthilferatgebern eine gute Wirksamkeit aufzeigen können, sofern sie nach den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt worden sind. Eine kleine Auswahl meiner Empfehlungen möchte ich in der Sommerliste für Selbsthilferatgeber vorstellen.

 1. Essattacken stoppen: Ein Selbsthilfeprogramm gegen Binge Eating. Christopher Fairburn. Einer der bekanntesten und ein gut evaluierter Selbsthilferatgeber für den Umgang mit Essanfällen ist dieser Ratgeber. Er bietet sowohl Informationen über die Entstehung von Essanfällen, als auch viele sinnvoll aufeinander aufgebaute Übungseinheiten, welche einen selbstständigen Umgang mit Essanfällen fördert.  



  2. Feeling Good: Depressionen überwinden. David Burns.  Ein klassischer Ratgeber für Depression, der inzwischen weltweit millionenfach verkauft wurde. Gut lesbare und übersichtliche Kapitel. Schritt für Schritt für Schritt werden dem Leser Übungen erklärt, welche sich mit den Themen Antriebslosigkeit, negativer Selbstwert, das Aufschieben von Tätigkeiten beschäftigen. Die Philosophie der "kleinen Schritte" ist ein zentraler Aspekt von david Burns. Auf jeden Fall ein sehr empfehlnswertes Buch, das ein guter Begleiter bei leichten depressiven Verstimmungen sein kann, oder im Rahmen einer Psychotherapie parallel genutzt werden kann.  
  3. Sorgenlos und grübelfrei. Korn & Rudolf. Dieser kleine und kompakte Ratgeber richtet sich speziell an die typischen Symptome einer Depression oder Angststörung. Ständiges Grübeln oder sich sorgen sind häufig Gedankenvorgänge, die für die Betroffenen mitunter nicht kontrollierbar erscheinen. Die Autoren geben hier sehr praktische Anleitungen wie man mit den Grübelgedanken auch anders umgehen kann.  
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Online-Therapie und -Beratung: Unsere neue Buchveröffentlichung ist erschienen

Dienstag, 3. April 2018


Online-Therapien bieten inzwischen eine alternative Behandlungsalternative zu Sprechzimmertherapien. Das neu erschienene Manual liefert eine praxisorientierte 
Darstellung kognitiv-verhaltenstherapeutischer Methoden sowie störungsübergreifender
Ansätze im internetbasierten Setting. Ziel des Buches ist es, die Anwendbarkeit von Online-Therapie und -Beratung aufzuzeigen. Damit soll ein praktischer Umgang mit dem Medium Internet als therapeutisches Einsatzfeld ermöglicht werden.

Das Buch gibt zunächst einen aktuellen Überblick über das Spektrum der Anwendungsbereiche neuer Kommunikationsmedien in der psychologischen Versorgung sowie über die Wirksamkeit von internetbasierten Therapie- und Beratungsansätzen. Es beschreibt, wie eine internetbasierte Diagnostik und Exploration durchgeführt werden kann. Anschließend wird detailliert und praxisorientiert dargestellt, wie kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden, z.B. kognitive Umstrukturierung, Exposition, sowie störungsübergreifende Ansätze zur Behandlung unterschiedlicher Störungsbilder (z.B.  PTBS, Depression, Essstörungen) im internetbasierten Setting zum Einsatz kommen können. 

Themenbereiche des Buches
  • Wirksamkeit online-therapeutischer Interventionen
  • Die therapeutische Beziehung in der Online-Therapie
  • Onlinebasierte Diagnostik
  • Exposition in der internetbasierten Therapie
  • Kognitive Techniken
  • Online-Therapie für Depression
  • Therapiemodule für Essstörungen
  • Biografisches Schreiben in der Online-Therapie
  • Online-Beratung

Abschliessend wird die Umsetzung einer internetbasierten psychologischen Beratung beschrieben. Die dabei verwendeten spezifischen Therapie- und Beratungstechniken werden anhand von Fallbeispielen erklärt. Schließlich wird auf den Umgang mit schwierigen Therapiesituationen eingegangen.


Knaevelsrud, C., Wagner, B. & Böttche, M. (2016). Online-Therapie und -Beratung. Ein Praxisleitfaden zur onlinebasierten Behandlung psychischer Störungen. Hogrefe

Südkorea (Teil1): Weltweit die höchste Suizidrate

Freitag, 5. August 2016

Derzeit gerade in Seoul interessiert mich, wie wird in Südkorea mit Depression und anderen psychischen Erkrankungen umgegangen. Südkorea hat eine der höchsten Suizidraten weltweit. Das ist erschreckend für ein so hochentwickeltes westliches Industrieland. In Südkorea nehmen sich durchschnittlich 27,8 Menschen pro 100.000 Einwohner das Leben im Vergleich dazu in Deutschland 12,5 pro 100.000 Einwohner. Woher kommt die hohe Suizidrate, bzw. welche Behandlungsangebote gibt es in Südkorea für Menschen, die beispielsweise an einer Depression leiden? Als Hauptursache werden eine unbehandelte Depression und/oder Alkoholerkrankung genannt (ca. 88%). Dennoch werden Psychotherapeuten eher selten in Anspruch genommen. Generell haben die meisten Menschen die Haltung, dass man mit psychischen Erkrankungen selber zurecht kommen sollte. Die Scham über psychische Beschwerden zu sprechen ist nach wie vor sehr hoch. Entsprechend sind Suizidpräventionsprogramme bisher nur sehr wenig verbreitet. Eines der bekanntesten gescheiterten Suizidprogramme ist die Samsung-Lichtinstallation an der Mapo-Brücke in Seoul. Die Mapo-Brücke ist in Seoul ein bekannter Ort für Suizidwillige. Als Projekt wurden Sinnsprüche, erleuchtete Wegweiser an der Brücke angebracht mit dem Ziel Sterbewillige von ihrem Vorhaben abzubringen. Die Installation wurde in den Medien als vorbildlich beschrieben. Dennoch zeigten die Suizidraten in Seoul in den jahren danach, dass die Suizidrate an der Mapo-Brücke um ein 4- bis 6-faches nach der Installtion angestiegen ist. Die Brücke wurde zu einem noch bekannteren Ort und das Gegenteil des gewünschten Effekts trat ein.
Dennoch ist das Thema "Suizidprävention" zu einem dringlichen Thema in der Gesellschaft geworden. Derzeit investiert Südkorea ca. 7 Mio Dollar für Suizidpräventionsprogramme. Im Vergleich dazu investiert Japan 160 Mio Dollar. Das heisst, es ist ein Anfang gemacht, dennoch es bedarf noch umfassendere Präventionsprogramme, welche Hausärzte, Krisenangebote etc. multidisziplinär einschliesst.
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Die besten Selbsthilferatgeber für den Sommer

Sonntag, 31. Juli 2016


Der Sommer ist da und viele finden endlich wieder Zeit ein Buch zu lesen und sich ein wenig um sich selbst zu kümmern. Sebsthilferatgeber können zwar keine Psychotherapie ersetzen, dennoch konnten Studien zeigen, dass Selbsthilferatgebern eine gute Wirksamkeit aufzeigen können, sofern sie nach den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt worden sind. Eine kleine Auswahl meiner Empfehlungen möchte ich in der Sommerliste für Selbsthilferatgeber vorstellen.

 1. Essattacken stoppen: Ein Selbsthilfeprogramm gegen Binge Eating. Christopher Fairburn. Einer der bekanntesten und ein gut evaluierter Selbsthilferatgeber für den Umgang mit Essanfällen ist dieser Ratgeber. Er bietet sowohl Informationen über die Entstehung von Essanfällen, als auch viele sinnvoll aufeinander aufgebaute Übungseinheiten, welche einen selbstständigen Umgang mit Essanfällen fördert.  



  2. Feeling Good: Depressionen überwinden. David Burns.  Ein klassischer Ratgeber für Depression, der inzwischen weltweit millionenfach verkauft wurde. Gut lesbare und übersichtliche Kapitel. Schritt für Schritt für Schritt werden dem Leser Übungen erklärt, welche sich mit den Themen Antriebslosigkeit, negativer Selbstwert, das Aufschieben von Tätigkeiten beschäftigen. Die Philosophie der "kleinen Schritte" ist ein zentraler Aspekt von david Burns. Auf jeden Fall ein sehr empfehlnswertes Buch, das ein guter Begleiter bei leichten depressiven Verstimmungen sein kann, oder im Rahmen einer Psychotherapie parallel genutzt werden kann.  
  3. Sorgenlos und grübelfrei. Korn & Rudolf. Dieser kleine und kompakte Ratgeber richtet sich speziell an die typischen Symptome einer Depression oder Angststörung. Ständiges Grübeln oder sich sorgen sind häufig Gedankenvorgänge, die für die Betroffenen mitunter nicht kontrollierbar erscheinen. Die Autoren geben hier sehr praktische Anleitungen wie man mit den Grübelgedanken auch anders umgehen kann.  
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Maira Gall