Südkorea (Teil 2): Therapiecafés

Freitag, 5. August 2016

Vor ein paar Jahren hat in Seoul in der Nähe der Universität ein "Therapiecafé" eröffnet. Neben einem Cappuccino oder Café Latte kann man hier Psychotherapiesitzungen in Anspruch nehmen. Die "Berater" geben bei einer Tasse Kaffee Unterstützung bei persönlichen Schwierigkeiten, Berufsproblemen oder familiären Problemen. Diese Form von "Therapiecafes" wurden in den letzten Jahren immer beliebter. Einzelne Cafes, wie beispielsweise der "Feeling Store" bieten ihren Gästen ein erweitertes Angebot an. Sie können beispielsweise aus einer "Feeling-Box" eine Karte zeihen, welche ihren Gefühlen derzeit am ehesten entspricht (z.B. traurig, wütend). Auf der können sie dann drei Fragen beantworten, die sie diesem Gefühl näher bringen.  Themencafés sind in Seoul derzeit generell "en vogue". Neben den oben genannten Therapiecafés gibt es auch Hundecafés oder Katzencafés, welche sich grosser Beliebtheit erfreuen. Menschen, die kein Haustier halten können, sitzen hier mit ihrer heissen Schokolade und streicheln den Golden Retriever oder die Siamkatze, der oder die gerade "Dienst" hat.
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Südkorea (Teil1): Weltweit die höchste Suizidrate

Derzeit gerade in Seoul interessiert mich, wie wird in Südkorea mit Depression und anderen psychischen Erkrankungen umgegangen. Südkorea hat eine der höchsten Suizidraten weltweit. Das ist erschreckend für ein so hochentwickeltes westliches Industrieland. In Südkorea nehmen sich durchschnittlich 27,8 Menschen pro 100.000 Einwohner das Leben im Vergleich dazu in Deutschland 12,5 pro 100.000 Einwohner. Woher kommt die hohe Suizidrate, bzw. welche Behandlungsangebote gibt es in Südkorea für Menschen, die beispielsweise an einer Depression leiden? Als Hauptursache werden eine unbehandelte Depression und/oder Alkoholerkrankung genannt (ca. 88%). Dennoch werden Psychotherapeuten eher selten in Anspruch genommen. Generell haben die meisten Menschen die Haltung, dass man mit psychischen Erkrankungen selber zurecht kommen sollte. Die Scham über psychische Beschwerden zu sprechen ist nach wie vor sehr hoch. Entsprechend sind Suizidpräventionsprogramme bisher nur sehr wenig verbreitet. Eines der bekanntesten gescheiterten Suizidprogramme ist die Samsung-Lichtinstallation an der Mapo-Brücke in Seoul. Die Mapo-Brücke ist in Seoul ein bekannter Ort für Suizidwillige. Als Projekt wurden Sinnsprüche, erleuchtete Wegweiser an der Brücke angebracht mit dem Ziel Sterbewillige von ihrem Vorhaben abzubringen. Die Installation wurde in den Medien als vorbildlich beschrieben. Dennoch zeigten die Suizidraten in Seoul in den jahren danach, dass die Suizidrate an der Mapo-Brücke um ein 4- bis 6-faches nach der Installtion angestiegen ist. Die Brücke wurde zu einem noch bekannteren Ort und das Gegenteil des gewünschten Effekts trat ein.
Dennoch ist das Thema "Suizidprävention" zu einem dringlichen Thema in der Gesellschaft geworden. Derzeit investiert Südkorea ca. 7 Mio Dollar für Suizidpräventionsprogramme. Im Vergleich dazu investiert Japan 160 Mio Dollar. Das heisst, es ist ein Anfang gemacht, dennoch es bedarf noch umfassendere Präventionsprogramme, welche Hausärzte, Krisenangebote etc. multidisziplinär einschliesst.
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Die besten Selbsthilferatgeber für den Sommer

Sonntag, 31. Juli 2016


Der Sommer ist da und viele finden endlich wieder Zeit ein Buch zu lesen und sich ein wenig um sich selbst zu kümmern. Sebsthilferatgeber können zwar keine Psychotherapie ersetzen, dennoch konnten Studien zeigen, dass Selbsthilferatgebern eine gute Wirksamkeit aufzeigen können, sofern sie nach den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt worden sind. Eine kleine Auswahl meiner Empfehlungen möchte ich in der Sommerliste für Selbsthilferatgeber vorstellen.

 1. Essattacken stoppen: Ein Selbsthilfeprogramm gegen Binge Eating. Christopher Fairburn. Einer der bekanntesten und ein gut evaluierter Selbsthilferatgeber für den Umgang mit Essanfällen ist dieser Ratgeber. Er bietet sowohl Informationen über die Entstehung von Essanfällen, als auch viele sinnvoll aufeinander aufgebaute Übungseinheiten, welche einen selbstständigen Umgang mit Essanfällen fördert.  



  2. Feeling Good: Depressionen überwinden. David Burns.  Ein klassischer Ratgeber für Depression, der inzwischen weltweit millionenfach verkauft wurde. Gut lesbare und übersichtliche Kapitel. Schritt für Schritt für Schritt werden dem Leser Übungen erklärt, welche sich mit den Themen Antriebslosigkeit, negativer Selbstwert, das Aufschieben von Tätigkeiten beschäftigen. Die Philosophie der "kleinen Schritte" ist ein zentraler Aspekt von david Burns. Auf jeden Fall ein sehr empfehlnswertes Buch, das ein guter Begleiter bei leichten depressiven Verstimmungen sein kann, oder im Rahmen einer Psychotherapie parallel genutzt werden kann.  
  3. Sorgenlos und grübelfrei. Korn & Rudolf. Dieser kleine und kompakte Ratgeber richtet sich speziell an die typischen Symptome einer Depression oder Angststörung. Ständiges Grübeln oder sich sorgen sind häufig Gedankenvorgänge, die für die Betroffenen mitunter nicht kontrollierbar erscheinen. Die Autoren geben hier sehr praktische Anleitungen wie man mit den Grübelgedanken auch anders umgehen kann.  
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Maira Gall